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Presse zur Austellung in Syke

Andrea Döring und Kerstin Friedrichs stellen in der Kreissparkasse Gemälde und Zeichnungen aus / Heute Abend Eröffnung

Zwei Künstlerinnen mit völlig unterschiedlicher Handschrift

Kreiszeitung Syke - (vog) · Andrea Döring und Kerstin Friedrichs sind Künstlerinnen. Naturgemäß betrachten sie die Welt mit ihren Augen und damit aus unterschiedlichen Blickwinkeln. Wie, das zeigen beide in einer Ausstellung, die heute um 19.30 Uhr in der Kreissparkasse eröffnet wird.



Andrea Döring (r.) und Kerstin Friedrichs zeigen Arbeiten in der Kreissparkasse.
Die Ausstellung lebt vom Gegensatz. Für die Besucher erhöht das durchaus den Reiz, zumal beide Frauen sich in dem Metier des Malens und Zeichnens auskennen. Die Arbeiten pendeln zwischen Akribie und Lockerheit, zwischen diszipliniertem Pinsel- und Federstrich und dem freieren, spontanen Umgang mit Pinsel und Bleistift.

Sie sei detailversessen, sagt Kerstin Friedrichs – leicht untertreibend. Die gebürtige Stolzenauerin komponiert ihre Bilder bis in kleinste Nuancen durch. Dadurch entsteht bei den farbigen Ölbildern der Eindruck des Fotorealismus. Ihre auf Bügeln im Schrank hängenden Kleider sind fast zum Greifen realistisch. Der Sprungturm im Freibad, der Hot Dog-Stand am Meer oder die verrosteten Eisen-Stelen an der See dokumentieren den Augenblick des Sehens.

Noch intensiver geht die 37-Jährige bei ihren maritimen Federzeichnungen zu Werk. Bei der Seebrücke hat sie sogar die Maserung der Holzständer festgehalten, bei dem Boots-Ambiente die einzelnen Fasern der Taue.

„Ich zeichne und male zu gern auch die feinsten Dinge, manchmal sogar mit Lupe, und ich muss mich irgendwann zwingen aufzuhören“, gesteht Kerstin Friedrichs, deren Arbeiten ein hohes Maß an zeichnerischer und malerischer Technik auszeichnen.

Das gilt ebenso für die Arbeiten von Andrea Döring. Die gebürtige Bremerin (41) folgt, anders als Friedrichs, eher dem Weg des geordneten Chaos. Auch sie komponiert, lässt Pinsel und Bleistift aber auch mal spontanen Impulsen folgen. Das praktiziert sie auch und besonders bei ihren Bleistiftzeichnungen. Der weiche Grafit gerät schon mal neben die Spur, hinterlässt ungewollte Eindrücke, aus Eingebungen geboren. In ihren Zeichnungen dominieren deshalb nicht zwangsläufig scharfe Konturen. Die 41-Jährige arbeitet auch mit Flächen, die an den Rändern ausfransen.

Bei den Farbarbeiten setzt Andrea Döring auf einen Mix aus Techniken. Acryl kombiniert sie mit Aquarell- und Pastellfarben. Zur Konturierung benutzt sie die Feder.

Sie greift auch zurück auf die Monotypie. Ein Druckverfahren, das der Farbe eine gewisse eigenständige Struktur verleiht. Darauf zeichnet sie mit Feder Menschen, Tiere oder Gegenstände und schafft so ihre eigene Welt an Impressionen.

Beide Künstlerinnen sind Mitglieder im Verein Kunst in der Provinz. Zur Begrüßung spricht heute Abend die Vereinsvorsitzende Brunhild Buhre, einführende Worte Bernd Wagemann.